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02. Mai 2017

Spektakuläre Funde im neuen Wohngebiet „Seebad Wismar Wendorf"

Verkohltes Getreide deutet auf etwa 3.000 Jahre alte Siedlung hin. (Foto LGE I T. Kämpfert)

Spektakuläre Funde im neuen Wohngebiet „Seebad Wismar Wendorf"

 

Seit November letzten Jahres erschließt die LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH das neue 14 ha große Wohngebiet „Seebad Wendorf" in der Hansestadt Wismar. Direkt an der Wismarbucht entstehen 87 weitläufige Grundstücke mit Größen von 1.000 bis 2.042 m².

 

Parallel zu den Erschließungsarbeiten werden archäologische Untersuchungen in Teilbereichen des Baugebietes durchgeführt. Dazu wurde eine Vereinbarung zur Bergung archäologischer Funde zwischen der LGE und dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege zur Wahrnehmung öffentlicher Belange geschlossen.

 

Der zuständige Grabungsleiter Frank Mewis und sein Team haben schon jetzt sensationelle Funde entdeckt. Bereits vor rund 3.000 Jahren, in der Bronzezeit, hat es eine Siedlung im Bereich des heutigen Baugebietes gegeben: Nicht nur Siedlungsreste, wie dunkle Verfärbungen im sandigen Lehmboden, Feuerstellen, geschliffene Steine, Reibkugeln zum Mahlen von Getreide und zahlreichen Keramikgefäße, weisen darauf hin. Spektakulär ist vor allem der Fund von etwa 80 Kilo Getreide. Diese große Menge ist wahrscheinlich den Siedlern beim Trocknen versehentlich verkohlt; deswegen ist es so gut erhalten. Was für die damaligen Siedler einen großen Verlust darstellte, ist für die Archäologen in Mecklenburg-Vorpommern heute ein seltener Glücksfund. Um welche Getreidesorten es sich genau handelt, wird noch von der Kieler Universität untersucht.

 

Und noch ein weiterer Fund aus organischem Material ist sehr gut erhalten: Eine Geweihhacke war luftdicht in einer Vorratsgrube verschlossen. Das Geweih stammt von einem Rothirsch und wurde zur Bodenbearbeitung eingesetzt. Einige jüngere Fundstücke, wie Münzen und zwei Siegelringe, können dem Mittelalter zugeordnet werden. Wahrscheinlich gelangten sie durch entsorgte Fäkalien unter die Erde. Aus dem 16./17. Jahrhundert stammen Tellerfragmente und Tonpfeifen. Bei den Tonrohren, welche das gesamte Baugebiet durchziehen, handelt es sich um Dränage aus der Zeit der DDR.

 

Alle Funde werden genauestens dokumentiert und erfasst. Einige Exponate sollen in das Forschungsprojekt der Universität Kiel eingehen. Alle weiteren Fundstücke werden im Magazin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin aufbewahrt.

 

Insgesamt sollen rund 21.000 m² Boden untersucht werden. Bis zum Baubeginn im Herbst haben die Archäologen alle Gruben wieder verschlossen. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Archäologen und der LGE garantiert eine reibungslose Erschließung neben den Ausgrabungen. Beruhigend für die zukünftigen Eigentümer ist, dass alle Grundstücke nach Abschluss der Ausgrabungen termingerecht zur Bebauung bereit stehen werden.

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