Heute fand das Zukunftsforum Wohnungsbau in der IHK zu Schwerin statt. Hervorgegangen ist dieses neue Format aus dem Kommunalen Erfahrungsaustausch – einem der wichtigsten und ältesten regelmäßig stattfindenden Fachkongresse zur Stadterneuerung und Stadtentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Zu der Veranstaltung luden die LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH, die Architektenkammer Mecklenburg‑Vorpommern, sowie der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) erstmals gemeinsam ein, um die zentralen Themen Wohnungsbau, serielles Sanieren und bezahlbares Wohnen gemeinsam zu diskutieren. Teilgenommen haben rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus vielen Kommunen des Landes, Ministerien und weiteren Landesinstitutionen, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Architektur, Wohnungs- und Bauwirtschaft.
Der Wohnungsbau steht nicht nur in Großstädten vor enormen Herausforderungen – auch in vielen kleineren Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns gibt es gleichermaßen hohen Nachfragedruck aber auch Leerstand, knappe Ressourcen und daher gleichzeitig den Anspruch, kostengünstig und wieder qualitätsvoller zu bauen. So spiegelte das heutige Programm die unterschiedlichen Perspektiven der drei Veranstalter und die vielfältigen Anforderungen an die Akteure wider und gab zugleich Raum für spannende und inspirierende Lösungsvorschläge.
Nach der Begrüßung lieferte zunächst Prof. Dr. Menzl von der Technischen Hochschule Lübeck einen Einstieg in die „Soziologie des Wohnungsmarktes“.
Anschließend berichtete Tom Geister, Architekturbüro Sauerbruch & Hutton, über das derzeit größte innovative Modul-Holzbauprojekt Europas in Rostock, einen Neubau für die Zollhochschule, der aus ca. 1.000 gestapelten Holzmodulen besteht.
Über das Thema „Serielles Sanieren - Wege zum Ziel“ gaben Kian Giahi vom Team Energiesprong Deutschland sowie Christoph Meyn von der gmw planungsgesellschaft mbH Einblicke zu Möglichkeiten und Grenzen bei der Sanierung von großen Wohnungsbaukomplexen.
Gleich dreifach hochkarätig besetzt war der Themenblock „Einfaches Bauen - Von Hamburg nach Mecklenburg-Vorpommern“ mit Karin Loosen von der Hamburgischen Architektenkammer, mit Robert Klaus von der Obersten Bauaufsicht Hamburg sowie mit René Gansewig vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen – Landesverband MV e.V. Hier wurden spannende Ansätze für kostengünstigeres Bauen erörtert, die in Hamburg den Wohnungsbau positiv prägen sollen und die Frage aufgeworfen haben, was der Norden davon lernen kann.
Wichtige und aktuelle Informationen zum Thema „Bauturbo - Förderkulisse in Mecklenburg-Vorpommern“ präsentierten drei fachkundige Referenten aus jeweils unterschiedlichen Blickwinkeln: Lothar Säwert vom Ministerium für Inneres und Bau MV, Andreas Thiele von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung e.V. (DASL e.V.), sowie Florian Winter von der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL e.V.).
Moderiert wurde der Tag von dem Bundesgeschäftsführer des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), Thomas Welter.
Robert Erdmann, Geschäftsführer der LGE Mecklenburg-Vorpommern GmbH, resümierte: „Das war ein informativer Tag mit vielen Inhalten, die die Akteure rund um den Wohnungsbau gerade beschäftigen. Deutlich wurde, dass sowohl für die Stakeholder aus den Kommunen, als auch der Wohnungswirtschaft, genauso wie für die Architekten und anderen Planer die Herausforderung des zukünftigen Wohnungsbaus nur gemeinsam bewältigt werden können. Wir hoffen, dass wir den gemeinsamen Dialog auch zukünftig fortsetzen können.“